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Der richtige Sonnenschutz auf dem Wasser

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Sonnenschein und blauer Himmel - Bei sämtlichen Wassersportaktivitäten sind wir oft der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Wir haben für euch mit der Dermatologin Frau Prof. Dr. med. Christiane Bayerl, gesprochen um zu klären, was es zu beachten gibt.

Interview


Aquaholix Crew: Ab wie viel Minuten Sonneneinstrahlung sollte ich mich mit Sonnenschutz eincremen?

Prof. Bayerl: Bereits nach zehn bis 20 Minuten ist ein Sonnenschutz notwendig. Das kann entweder in Form von Textilien oder durch Sonnencreme geschehen.


Die Sonne und ihre Schattenseiten

Aquaholix Crew: Woher weiß ich denn eigentlich, mit welchem Lichtschutzfaktor ich mich eincremen sollte?

Prof. Bayerl: Gute Frage! Die Sonnencreme sollte mindestens Lichtschutzfaktor (LSF) 30 bis 50 haben, denn die Angaben sind trügerisch. An sich bedeutet ein LSF 30, dass man 30 mal so lange in der Sonne bleiben kann bis man einen Sonnenbrand bekommt wie ohne Sonnencreme. Aber, und das ist ein großes Aber, gilt das nur, wenn man tatsächlich 2 Milligramm pro Quadratzentimeter Haut aufträgt. So dick trägt das aber niemand auf! In Wirklichkeit ist der Schutz also deutlich niedriger.

Aquaholix Crew: Und wie verhält es sich mit dem Wasser. Schluckt es die Sonnenstrahlen oder verstärkt es die Wirkung?

Prof. Bayerl: Es verstärkt sie! Auf dem Boot oder dem SUP bekommt man jetzt nicht nur die direkte Sonneneinstrahlung ab, sondern auch die sogenannte Streustrahlung die vom Wasser reflektiert wird. Das heißt, man ist der Sonne besonders intensiv ausgesetzt. Und übrigens, auch unter Wasser ist man nicht vor der Sonne in Sicherheit, denn die kurzwelligen UV-B-Strahlen dringen bis zu 30 Zentimeter tief ins Wasser ein. Sprich, auch beim Schwimmen kann man Sonnenbrand bekommen.


Aquaholix Crew: Okay, also eher zu einem LSF zu hoch als zu wenig greifen. Gibt es sonst noch etwas zu beachten für einen richtigen Sonnenschutz beim Wassersport?

Prof. Bayerl: Ja, kein Sonnenschutz ist absolut wasserfest! Um die Bezeichnung „wasserfest“ tragen zu dürfen, muss eine Sonnencreme nach zweimal 20 Minuten im Wasser mindestens noch die Hälfte des ursprünglichen Schutzes bieten. Das wird aber im Labor getestet und beim Wassersport kommen natürlich noch zusätzliche Dinge hinzu, wie beispielsweise das wiederholte Abreiben mit dem Handtuch oder Sand und Ausrüstungsgegenstände, die an der Haut reiben. Mit anderen Worten: Um nach wie vor den vollen Schutz zu haben, sollte nach jedem Sprung ins kühle Nass, erstmal wieder nachgecremt werden.


Aquaholix Crew: Wie erkennt man denn eigentlich, dass die Haut zu viel Sonne abbekommen hat?

Prof. Bayerl: Durch die Rötung. Blöderweise sieht man einen Sonnenbrand aber nicht sofort, sondern erst mit einigen Stunden Verzögerung, meist abends. Gerade in der Nacht können dann die Schmerzen so richtig losgehen.

Aquaholix Crew: Okay, und wenn es jetzt doch mal passiert ist und ich einen Sonnenbrand habe? Vielleicht ist uns ja die Sonnencreme auf dem Segelboot über Bord gefallen…

Prof. Bayerl: Erstmal darf das eigentlich keine Ausrede sein, weil man sich schon vor Sonnenexposition eincreme sollte. Und wenn es dann doch mal passiert ist, kann man sich z.B. mit einem kühlen nassen Waschlappen, Schwarzteeumschlägen oder After-Sun-Lotion helfen. Sonnebrand ist nichts anderes als eine Entzündung in der Haut, daher helfen in den ersten sechs Stunden auch zwei 500-Milligram Tabletten Aspirin, da diese Entzündungen hemmen. Das macht den Schaden an der Haut aber nicht wieder gut.

Aquaholix Crew: Wir reden so viel über Sonnenbrand. Aber was ist denn eigentlich schlimm daran, außer dass die Haut mal ein bisschen weh tut und spannt?

Prof. Bayerl: Zum einen führen wiederholte Sonnenbrände zu einer schnelleren Hautalterung. Zum anderen können chronische UV-Schäden noch nach Jahrzehnten zu Vorstufen von weißem Hautkrebs führen. Zunächst sind es kleine rote, schuppende Flächen auf der Haut, die nicht heilen wollen und auf denen sich immer wieder Krusten bilden. Wird das nicht rechtzeitig erkannt, kann es zu weißem Hautkrebs führen – dem häufigsten Tumor des Menschen. Seltenere Formen können sogar streuen – deshalb ist es wichtig, sie früh zu behandeln. Auch beim gefährlicheren, schwarzen Hautkrebs entsteht die Hälfte der Fälle durch UV-Strahlung.

Aquaholix Crew: Das sind ja einige wirklich fiese Dinge rund um die Sonne. Wollen wir das Interview vielleicht mit etwas Positivem zur Sonne beenden?

Prof. Bayerl: [lacht] Klar doch. Die Sonne ist schon auch gesund. Sie dient der Vitamin-D-Produktion, dem Stoffwechsel und der Psyche, macht also gute Laune. Außerdem hilft die Sonne bei Schuppenflechte und Neurodermitis.

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